Luiza Fatyol (Die Schleppträgerin), Maria Kataeva (Die Vertraute), Renée Morloc (Klytämnestra), Manfred Fink (Ein junger Diener) , Lukasz Konieczny (Ein alter Diener) | (c) Matthias Jung
Elektra
Richard Strauss
Premiere
Dauer: ca. 1 3/4 Stunden, keine Pause
Dauer: ca. 1 3/4 Stunden, keine Pause
Als König Agamemnon aus dem Trojanischen Krieg zurückkehrte, wurde er heimtückisch von seiner Frau Klytämnestra und ihrem Liebhaber Aegisth ermordet. Elektra, der es noch gelang, ihren Bruder Orest in Sicherheit zu bringen, lebt seit dem Mord an ihrem Vater mit ihrer Schwester Chrysothemis in erbarmungswürdigen Umständen am Hof ihrer Mutter und ist besessen von der Idee, Agamemnon zu rächen …

Als Richard Strauss (1864–1949) Hugo von Hofmannsthals Tragödie „Elektra“ 1904 im Kleinen Theater in Berlin sah, erkannte er nach eigenen Worten sofort „den glänzenden Operntext und, wie seinerzeit in ‚Salome‘, die gewaltige Steigerung bis zum Schluss: in ‚Elektra‘ nach der nur mit Musik ganz zu erschöpfenden Erkennungsszene der erlösende Tanz, – in ‚Salome‘ nach dem Tanz (als Kernpunkt der Handlung) die grausige Schlussapotheose.“ In Strauss‘ Lebenswerk stehen die beiden Schwesterwerke vereinzelt da: „Ich bin in ihnen bis an die äußersten Grenzen der Harmonik, psychischer Polyphonie und Aufnahmefähigkeit heutiger Ohren gegangen.“

An der Deutschen Oper am Rhein ist das 1909 in Dresden uraufgeführte, expressive Werk nun in Kooperation mit dem Grand Théâtre de Genève in der Inszenierung Christof Nels zu erleben. Über die Premiere schrieb Joachim Lange in der Frankfurter Rundschau: „Eine überzeugende archaische ‚Elektra‘. Am Ende ist der fensterreiche Palastturm, den Roland Aeschlimann auf die Genfer Drehbühne gebaut hat, ein Trümmerhaufen. Und die problematischste aller Problemfamilien, die darin hauste, ist es sowieso. Der ‚Elektra‘ von Strauss und Hofmannsthal steht auch nach über 100 Jahren Bühnenleben nicht viel an der Seite, das diese geballte Ladung Abgrund überbieten könnte.“ Und in der NZZ urteilte Peter Hagmann: „Auf der Bühne stehen keine Monstren, sondern Menschen. Elektra ist somit keine Furie, vielmehr eine Frau, die Schrecklichstes erlebt hat und letztlich daran zugrunde geht. Fahrige Bewegungen und zuckender Blick zeugen von der Traumatisierung dieses Menschen. Wenn Elektra aber ihren Bruder Orest erkennt, brechen Liebe und Wärme ohne Grenzen aus. Die vom Regisseur entwickelte Körpersprache ist von einer Intensität sondergleichen.“


In Kooperation mit dem Grand Théâtre de Genève
 
***
Tragödie in einem Aufzug
Dichtung von Hugo von Hofmannsthal nach Sophokles

 
In deutscher Sprache mit Übertiteln
 

Musikalische Leitung Axel Kober
Inszenierung Christof Nel
Bühne Roland Aeschlimann
Kostüme Bettina Walter
Licht Susanne Reinhardt
Chorleitung Christoph Kurig
Szenische Analyse Martina Jochem
 
Klytämnestra Renée Morloc
Elektra Linda Watson
Chrysothemis Morenike Fadayomi
Aegisth Wolfgang Schmidt
Orest Hans-Peter König
Der Pfleger des Orest David Jerusalem
Die Vertraute Maria Kataeva
Die Schleppträgerin Luiza Fatyol
Ein junger Diener Manfred Fink
Ein alter Diener Lukasz Konieczny
Die Aufseherin Jessica Stavros
1. Magd Sarah Ferede
2. Magd Iryna Vakula
3. Magd Katarzyna Kuncio
4. Magd Elisabeth Selle
5. Magd Anett Fritsch
Agamemnon Thorsten-Kai Botenbender
Chor Chor der Deutschen Oper am Rhein
Orchester Düsseldorfer Symphoniker
 

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