|
b.13
Concerto Barocco / George Balanchine Kleines Requiem / Hans van Manen Ungarische Tänze (Uraufführung) / Martin Schläpfer
|
|
Premiere
Dauer: 2 ½ Stunden, zwei Pausen |
Dauer: 2 ½ Stunden, zwei Pausen
Concerto Barocco
George Balanchine
„Die einzige mögliche Vorbereitung für dieses Ballett ist die Kenntnis seiner Musik, denn ‚Concerto Barocco‘ hat keine Handlung jenseits der Partitur, zu der es getanzt wird, und jenseits der Tänzer, die es aufführen“ – so äußerte sich George Balanchine selbst über sein 1941 mit dem American Ballet Caranvan in Rio de Janeiro uraufgeführtes Ballett zu Johann Sebastian Bachs Konzert für zwei Violinen d-Moll BWV 1043. Eine Choreographie, die aufs Schönste all das vor unseren Augen erstehen lässt, was den bis heute ebenso unvergleichlichen wie zu seiner Zeit revolutionären Stil des Neoklassikers ausmacht: Das Sichtbarmachen musikalischer Strukturen im Raum, die mathematische Präzision seiner Formationen, die immer aber auch menschliche Tiefe kennt, die Geschwindigkeit, die scharfe Attacke und Klarheit. Die nie endende Faszination durch den menschlichen Körper und die Überschreitung seiner Grenzen führte Balanchine zur immer weiteren Ausfeilung der Tanztechniken. Seine Ballette sind bis heute Meilensteine und setzen in künstlerischer wie tanztechnischer Hinsicht Maßstäbe. Für Ballettdirektor Martin Schläpfer sind seine Arbeiten ein wesentlicher Bestandteil des Repertoires, das es heute nicht nur aus balletthistorischem Interesse zu pflegen gilt, sondern auch als Schule für sein Ensemble, denn – so Schläpfer: „Eine gute Compagnie braucht die Stücke von Balanchine, ein exzellenter Tänzer braucht Balanchine.“***
CONCERTO BAROCCO
George Balanchine © The George Balanchine Trust
MUSIK Konzert für zwei Violinen und Orchester d-Moll BWV 1043 von Johann Sebastian Bach
Choreographie George Balanchine
Musikalische Leitung Christoph Altstaedt
Licht Thomas Diek
Einstudierung Patricia Neary
Solo-Violinen Dragos Manza / Franziska Früh, Egor Grechishnikov / Emilian Piedicuta
Soli So-Yeon Kim / Claudine Schoch, Louisa Rachedi / Ann-Kathrin Adam, Andriy Boyetskyy / Marcos Menha
Tänzerinnen Doris Becker, Wun Sze Chan, Cristina Garcia Fonseca, Christine Jaroszewski / Ann-Kathrin Adam, Nicole Morel, Virginia Segarra Vidal, Anna Tsybina, Ann-Kathrin Adam / Mariana Dias / Irene Vaqueiro
Orchester Düsseldorfer Symphoniker
Kleines Requiem
Hans van Manen
Immer wieder kreisen seine Choreographien in ihrer klaren Ästhetik, typischen Gestik, ihren den Raum strukturierenden Formen und klar definierten Blickrichtungen um ein Thema: Die Beziehung von Menschen untereinander – von Mann und Frau, Frau und Frau, Mann und Mann. Und doch ist das Schaffen des Niederländers Hans van Manen so unerschöpflich, dass man bei jedem Werk wieder staunend davorsteht, um diese Kunst zu verstehen, einen äußerst kreativen Kopf zu enträtseln.Mit dem 1996 für das Nederlands Dans Theater I kreierten „Kleinen Requiem“ auf das gleichnamige Werk des polnischen Komponisten Henryk Mikołaj Górecki übernimmt das Ballett am Rhein ein weiteres Meisterwerk Hans van Manens in sein Repertoire. Als würden sie ihre Lebenswege abschreiten – mal gemächlich einen Fuß vor den anderen setzend, mal voller Energie rennend – bewegen sich drei Tänzerinnen und vier Tänzer in Hans van Manens Choreographie durch den Raum, treffen sich zu immer neuen Paarkonstellationen zwischen Mann und Frau und verlieren sich wieder. Den ganzen Kosmos menschlichen Fühlens und Miteinanders breiten sie vor unseren Augen aus – um schließlich in einem zärtlichen Pas de deux zwischen zwei Tänzern, um die eine einzelne Tänzerin einsam ihre Bahnen zieht, zu schließen.
„Kleines Requiem“ wird gefördert im Rahmen des Fonds Neues Musiktheater
***
KLEINES REQUIEM
Hans van Manen
MUSIK Kleines Requiem für eine Polka op. 66 von Henryk Mikołaj Górecki

Choreographie Hans van Manen
Musikalische Leitung Christoph Altstaedt
Bühne und Kostüme Keso Dekker
Licht Joop Caboort
Einstudierung Mea Venema
Tänzerinnen Marlúcia do Amaral / Doris Becker, Feline van Dijken / Christine Jaroszewski / Marlúcia do Amaral, Julie Thirault / Nicole Morel
Tänzer Helge Freiberg / Andriy Boyetskyy, Alexandre Simões / Paul Calderone, Remus Sucheana / Marcos Menha, Maksat Sydykov / Bogdan Nicula
Orchester Düsseldorfer Symphoniker
Ungarische Tänze (Uraufführung)
Martin Schläpfer
Sie werfen sich geradezu hinein in diese Musik, die uns von der ersten Note an sofort in ihren Bann zieht, greifen ihren Schwung auf, ja scheinen ihn noch übertreffen zu wollen in der Freude ihrer Bewegungen, der unbändigen Kraft des befreiten Tanzens. Martin Schläpfer lässt zu Johannes Brahms Csárdás tanzen – und dann wird wieder nach allen Regeln der klassischen Kunst gesprungen, battiert und gedreht, stürzen sich die Tänzer voller Humor und Virtuosität hinein in die vielen Posen der klassischen Ballettkultur, die uns in Balanchines „Concerto Barocco“ zu Beginn des Abends gerade noch in ihrer so artifiziell-verfeinerten Kunstfertigkeit vor Augen geführt wurde. Im Verein mit Volkstanz- und Modern Dance-Elementen, Alltagsgesten und winzigen anekdotischen Szenerien überführt Martin Schläpfer den klassischen Tanz in eine wilde, ungezähmte Schönheit. „Die ‚Ungarischen Tänze‘ sind vor allem Tänze“, verrät der Choreograph über seine Arbeit: „Was liegt da näher als einfach zu tanzen, frei zu sein, loszulassen, virtuos zu sein und auch zu zeigen, was meine wunderbaren Tänzerinnen und Tänzer alles können. Ich wollte Energie, Freude, Positives, Extrovertiertes.“Nachdem der Choreograph Marco Goecke aus gesundheitlichen Gründen seine Arbeit mit dem Ballett am Rhein leider abbrechen musste, entschied sich Martin Schläpfer kurzfristig mit der Uraufführung „Ungarische Tänze“ die Choreographie des Abschluss-Stücks in b.13 zu übernehmen. Musikalische Basis ist ihm dabei eine Auswahl aus jenen ebenso berühmten wie mitreißenden und manchmal auch etwas melancholischen Tanzweisen nach ungarischen und Zigeuner-Melodien, die Brahms kongenial in die Sphäre der Kunstmusik versetzte. 1869 und 1880 in zwei Heften zunächst für Klavier zu vier Händen veröffentlicht, fertigten Brahms und vor allem nachfolgende Generationen bald schon Orchesterversionen einzelner Tänze an, die mal den romantisch-schwelgerischen Tonfall mehr betonen wie die von Brahms selbst, die von Antonín Dvořák, Martin Schmeling und Robert Schollum oder stärker an die volkstümlichen Wurzeln dieser Musik zurückführen wie die auch ein Cimbalom nutzende von Iván Fischer.
***
URAUFFÜHRUNG
Martin Schläpfer
MUSIK
Ungarische Tänze von Johannes Brahms
Choreographie Martin Schläpfer
Musikalische Leitung Christoph Altstaedt
Kostüme Sabine Schnetz
Licht Thomas Diek
Tänzerinnen Sachika Abe, Ann-Kathrin Adam, Marlúcia do Amaral, Camille Andriot, Doris Becker, Wun Sze Chan, Mariana Dias, Yuko Kato, So-Yeon Kim, Anne Marchand, Nicole Morel, Carly Morgan, Louisa Rachedi, Virginia Segarra Vidal, Julie Thirault
Tänzer Christian Bloßfeld, Andriy Boyetskyy, Paul Calderone / Jackson Carroll, Martin Chaix, Philip Handschin, Antoine Jully, Marquet K. Lee, Sonny Locsin, Marcos Menha, Bruno Narnhammer, Bogdan Nicula, Chidozie Nzerem, Sascha Pieper, Boris Randzio, Martin Schirbel, Alexandre Simões, Remus Sucheana, Pontus Sundset
Orchester Düsseldorfer Symphoniker















