Nicolas Brieger
Nicolas Brieger wurde in Berlin geboren und zählt zu den renommiertesten Regisseuren der Gegenwart. Er studierte Theater- und Literaturwissenschaften an der Freien Universität Berlin sowie Schauspiel. Sein Debüt als Schauspieler gab er 1963 am Schillertheater, es folgten Engagements am Berliner Renaissance-Theater und der Schaubühne am Halleschen Ufer sowie ein Festvertrag am Theater Nürnberg. Die 1970er- und 1980er-Jahre führten ihn als Schauspieler und zunehmend auch als Regisseur nach Köln, Basel und Bremen, wo das Schauspiel mit seinen Regiearbeiten zum Theater des Jahres gewählt wurde. Am Berliner Schillertheater brachte er „Lulu“ (Wedekind), „Trilogie der Ferienzeit“ (Goldoni) und „Gerettet“ (Bond) heraus. Mehrfach wurden Nicolas Briegers Inszenierungen für das Berliner Theatertreffen nominiert, an der Hochschule der Künste Berlin erhielt er eine Professur für die Fachrichtung Schauspiel. In den 1980er-Jahren wirkte er darüber hinaus in zahlreichen Fernsehfilmen und -serien mit, darunter Produktionen von Edgar Reitz, Vivian Naefe, Karin Brandauer, Wim Wenders, Hartmut Griesmayr, Carlo Rola, Kaspar Heidelbach und in mehreren „Tatorten“. In der vielfach preisgekrönten Film-Trilogie „Welcome to Vienna“ von Axel Corti spielte er die Hauptrolle. 1988 übernahm Nicolas Brieger die Schauspieldirektion am Nationaltheater Mannheim, die er bis 1992 innehatte und mit Inszenierungen wie Kleists „Das Käthchen von Heilbronn“ oder Goldonis „Trilogie der Ferienzeit“ zu einer vielbeachteten Bühne machte. Am Nationaltheater Mannheim gab er 1986 auch sein Debüt als Opernregisseur mit „Der Zwerg“ (Zemlinsky), gefolgt von „Die Hochzeit des Figaro“ (Mozart). Neben weiteren Schauspielinszenierungen, die u.a. in München, Hamburg, Frankfurt, Bochum, Basel und Wien entstanden, wurde er mehr und mehr als Musiktheaterregisseur engagiert. Zu seinen Operninszenierungen gehören u.a. Busonis „Brautwahl“ und die Uraufführung von Carters „What next?“ an der Berliner Staatsoper, Rossinis „Il barbiere di Siviglia“ in Brüssel, Janáčeks „Katja Kabanova“ und Smetanas „Die verkaufte Braut“ in Leipzig, Puccinis „Turandot“, Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“ und Verdis „Il trovatore“ in Stuttgart, Henzes „Boulevard Solitude“ und „Das verratene Meer“, Hindemiths „Cardillac“ und Rihms „Die Eroberung von Mexico“ in Frankfurt, Verdis „Simon Boccanegra“ an der Pariser Opéra Bastille, Mozarts „La clemenza di Tito“ und „Idomeneo“ sowie Menottis „Der Konsul“ in Wien, Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“, Brittens „The Turn of the Screw“ und Korngolds „Die tote Stadt“ in Genf, Messiaens „St. Francois d’ Assise“ in San Francisco sowie Weills „Royal Palace“ und „Der Protagonist“ bei den Bregenzer Festspielen. 2007 wurde seine Inszenierung der Barockoper „Il Giustino“ von Giovanni Legrenzi von der Zeitschrift Opernwelt zur Wiederentdeckung des Jahres gewählt. Am Nationaltheater Mannheim übernahm er die Regie in Johann Christian Bachs „Amadis des Gaules“. Prägend für die künstlerische Arbeit Nicolas Briegers war in den letzten Jahren die Zusammenarbeit mit den Dirigenten Daniel Barenboim und Armin Jordan. An der Oper Köln inszeniert er 2011/12 „Krieg und Frieden“ von Prokofjew.